Albrecht Mayer in der Tonhalle

Albrecht Mayer in der Tonhalle

Veröffentlicht in der Rheinischen Post vom 12. April 2011 und auf RP-Online.

Seit Jahren ist Albrecht Mayer einer der wenigen Oboisten, der es in seinem Fach zu einer Art Prominenz brachte. Nachdem er 1992 als Solo-Oboist in die Berliner Philharmoniker eintrat, nahm er in den vergangenen Jahren etliche CDs auf. Sie verkauften sich sagenhaft gut und schafften es in Deutschland bis in die Popcharts. Seitdem tourt er durch die Welt, gibt Konzerte mit Hélène Grimaud und Thomas Quasthoff, hat mit Nigel Kennedy eine CD aufgenommen und hilft Instrumentenbauern bei der Entwicklung neuer Oboen.

Und so ging man Albrecht Mayers Konzert, das er in der Tonhalle mit der Kammerakademie Potsdam gab, mit großer Vorfreude und auch hoher Erwartung entgegen. Beides lohnte sich, denn Mayer begeisterte uns Zuhörer in höchstem Maße – vorrangig als Solist, der den Menschen sein viel zu wenig beachtetes Instrument näher bringen möchte, gleichzeitig aber auch als Dirigent und Führer durchs Programm. Es begann mit der "Pavane" von Gabriel Fauré in einer Bearbeitung für Oboe und Orchester, die Mayer durch sein inniges und doch sehr direktes Spiel als Möglichkeit zu einer kammerkonzertanten Stimmung nutzte. Sie war die Basis für Vincent d'Indys "Fantaisie sur des thèmes populaires français", in der Albrecht Mayer die ganze Zartheit und auch Verletzbarkeit seines Instruments preisgab, die durch die sichere Balance aus dem Orchester verstärkt wurde.

Höchste Virtuosität bewies er mit "A Chloris" von Reynaldo Hahn, wo seine Oboe den suchend erregten und bittenden Part der Gesangsstimme übernahm. Es war erstaunlich, wie er den lyrischen Klang der Oboe einer menschlichen Stimme nahebrachte. Riesiger Beifall.

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